Was ist Heumilch und was hat sie mit Skifahren zu tun?

Im deutschsprachigen Raum gilt Heumilch seit 2016 dank des gleichnamigen EU-Gütesiegels als „garantiert traditionelle Spezialität“ (g.t.S). Es zeichnet die Zusammensetzung und das Herstellungsverfahren nach alter Tradition aus. Heumilch genießt einen besonderen Schutz und steht für kontrollierte Qualität.

Mit 500.000 Tonnen deckt Heumilch 16 Prozent der jährlich in Österreich produzierten Milch ab. In Europa liegt der Anteil lediglich bei drei Prozent. Aufgrund ihrer hohen Qualität dient Heumilch als Basis für zahlreiche Käsespezialitäten wie Bergkäse und andere Hartkäsesorten.

Doch was ist Heumilch genau? Was macht sie so besonders? Und was hat sie mit dem Skifahren zu tun?

Was ist Heumilch?

Das Besondere an Heumilch ist die natürliche Art der Fütterung. Heumilchkühe verbringen den Sommer auf heimischen Wiesen oder Almen. Dort fressen die Tiere frische Gräser und Kräuter, außerdem ein wenig Getreideschrot. Die speziellen Geschmacksnuancen der verschiedenen Kräuter lassen sich nicht nur in der Milch erschmecken. Auch Käse profitiert von dieser Art der Fütterung.

Im Winter wird Heu an die Tiere verfüttert. Das bedeutet für die Milchbauern eine Extraportion Arbeit. Das Gras muss während der Sommermonate im richtigen Moment gemäht und in der Sonne getrocknet werden. Dabei wird das Heu immer wieder gewendet. Ist es vollständig getrocknet, wird es am eigenen Hof eingelagert. Dort wartet das Heu, bis es im Winter zum Einsatz kommt.

Warum ist Heumilch gut für die Natur?

Was Heumilch ist, wissen wir nun. Heumilchproduktion gilt als die natürlichste Art der Milchproduktion. Alles, was die Tiere brauchen, erhalten sie von der heimischen Naturlandschaft:

  • frische Luft
  • reines Wasser
  • Kräuter und Gräser

Heumilch ist für die Tiere gut und für die Natur.

Diese Artenvielfalt schmeckt nicht nur den Kühen. Die Blumen, Kräuter und Gräser bieten auch Insekten einen natürlichen Lebensraum. So wird ein artenreiches Ökosystem insbesondere auf Österreichs Almen erhalten.

Warum sind Heumilch und Tierwohl miteinander verbunden?

Im Land der Berge werden ungefähr fünftausend Almen bewirtschaftet. Ihre Grasflächen dienen den Heumilchkühen als Weidefläche. Hier können sie sich während der Sommermonate frei bewegen. Die Almen reichen hoch in den alpinen Raum hinauf. Für die Tiere wirkt die viele Bewegung an der frischen Luft und die große Seehöhe wie Höhentraining. Denn es sorgt für mehr rote Blutkörperchen zum Sauerstofftransport. Das hält sie vital.

Was hat Heumilch mit Skifahren zu tun?

Die Grasflächen, auf denen die Tiere weiden, bieten nicht nur Wanderern eine reizvolle Auszeit in der Natur. Sie dienen den Skifahrern im Winter als Pisten.

Würden die Kühe und andere Weidetiere also nicht den ganzen Sommer die Almwiesen beweiden, würden die Flächen rasch verbuschen. Sträucher und Bäume würden ungehindert wachsen und die Skipisten müssten auf einem anderen Weg erhalten werden.

 

Fazit: Was ist Heumilch und wofür steht sie?

Heumilch gilt nicht umsonst als EU-weit geschützte Spezialität. Sie steht für:

  • traditionelle Zusammensetzung und Herstellungsverfahren
  • natürliche Fütterung
  • artgerechte Tierhaltung
  • Bewahrung der Artenvielfalt

Die Ursprünglichkeit der Produktion von Heumilch wird von Konsumentinnen und Konsumenten geschätzt. Und nicht zuletzt auch von Skifahrern.

Alp-/Almwirtschaft
Almwirtschaft

Ähnliche Artikel

Filtermöglichkeiten

Bitte auswählen